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Bedeutung Reinheitsgebot

Das deutsche Reinheitsgebot ist die älteste bis heute gültige lebensmittelrechtliche Vorschrift der Welt aus dem Jahr 1516. Danach darf in Deutschland Bier nur aus Wasser, Malz und Hopfen gebraut werden. Die Hefe wurde wahrscheinlich nicht erwähnt, weil die Gärung durch in der Luft vorkommende Hefesporen eher zufällig ausgelöst wurde. Die systematische Verwendung reiner Heferassen erfolgte erst im 19. Jahrhundert.

In der Schweiz wird Bier in der Verordnung über alkoholische Getränke definiert:

Art. 41 Definitionen
1 Bier ist ein alkoholisches und kohlensäurehaltiges Getränk, das aus mit Hefe vergorener Würze gewonnen wird, der Doldenhopfen oder Hopfenprodukte zugegeben werden.
2 Die Würze ist aus stärke- oder zuckerhaltigen Rohstoffen und aus Trinkwasser hergestellt.
3 Hopfenprodukte sind Hopfenpulver, angereichertes Hopfenpulver, Hopfenextrakt, Hopfenextraktpulver und isomerisierter Hopfenextrakt.

Die Anforderungen ans Bier werden in Art. 42 derselben Verordnung beschrieben. Unter anderem steht dort, dass die Würze aus Gersten- oder Weizenmalz hergestellt wird, aber auch aus folgenden stärke- oder zuckerhaltigen Rohstoffen:

a. Cerealien wie Mais, Reis;
b. Zucker, Invertzucker, Dextrose, Glucosesirup bis höchstens 10 Massenprozent;
c. Stärke bis höchstens 20 Massenprozent.

Röstmalz und Röstmalzextrakte dürfen zur Zubereitung der Würze ebenfalls verwendet werden.

Bier wird auch im Biersteuergesetz definiert:

Art. 3 Begriff
Als Bier gelten:
a. das Bier aus Malz (Zolltarifnummer 2203);
b. Mischungen von Bier aus Malz mit nichtalkoholischen Getränken oder mit ausschliesslich durch Vergärung gewonnenen alkoholischen Produkten (Zolltarifnummer 2206);
c. das alkoholfreie Bier (Zolltarifnummer 2202).