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SBV Newsletter: BIER & WIR

Brauerei Aare Bier, BierVision Monstein und Kornhausbräu neue SBV-Mitglieder

Die Generalversammlung des Schweizer Brauerei-Verbandes (SBV) hat am 12. Mai 2021 mit der Brauerei Aare Bier, BierVision Monstein und Kornhausbräu drei neue Mitglieder in ihren Reihen willkommen geheissen. Da der Mitgliederbestand in den letzten Jahren stetig zugenommen hatte, wurden mittels Statutenrevision die Stimmrechtsverhältnisse aktualisiert. Ferner wurden Nationalrat Nicolo Paganini als Präsident, Gaby Gerber als Vize-Präsidentin und der gesamte Vorstand für die Amtsperiode 2021 bis 2024 einstimmig wiedergewählt. Die Generalversammlung befasste sich zudem mit den Vorlagen der Volksabstimmung vom 13. Juni 2021. Die Versammlung unter der Leitung von Nicolo Paganini fand aufgrund der aktuellen Corona-Situation wiederum online statt.

Brauerei Aare Bier, BierVision Monstein und Kornhausbräu neue SBV-Mitglieder

Die Mitglieder des SBV nahmen die Brauerei Aare Bier, BierVision Monstein und Kornhausbräu einstimmig in ihre Reihen auf. NR Nicolo Paganini, SBV-Präsident, zeigte sich erfreut und hiess die neuen Mitglieder herzlich willkommen. „Es zeigt sich gerade in der aktuellen Situation, wie wichtig ein starker Branchenverband für die Mitglieder ist. Denn als Zulieferer der seit Monaten eingeschränkten Gastronomie oder Sport- und Eventbranche befinden sich unsere Unternehmungen genauso in existenziellen Nöten und kämpfen um das wirtschaftliche Überleben wie ihre Partner.“

Kurzvorstellung der neuen SBV-Mitglieder

Brauerei Aare Bier AG:
2004 entwickelte sich der Gedanke, in Bargen im Berner Seeland eine Brauerei zu gründen. Von Anfang an amtete Cesare Gallina als Geschäftsführer. Nach einer Planungsphase erfolgte am 7. November 2005 der Baustart der neuen Brauerei. Bereits im Juli 2006 wurde das erste Bier gebraut und die Brauerei am 26./27. August 2006 feierlich eingeweiht. 2010 betrug der Ausstoss 3’000 Hektoliter Bier, 2015 sind es bereits 6’200 Hektoliter. 2013 übernimmt Cesare Gallina die Brauerei Aare Bier, welche 2018 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt wird. Durch die wachsende Nachfrage sind 2018 und 2019 Ausbauten an der Infrastruktur nötig, welche 2020 und trotz Corona abgeschlossen wurden.

BierVision Monstein AG:
Im Oktober 2000 wurde die BierVision Monstein AG gegründet, welche am 6. Juni 2001 in Monstein als die damals höchstgelegene Brauerei der Schweiz und erste Schaubrauerei des Kantons Graubünden den Betrieb aufnahm. Sie befindet sich in der ehemaligen Dorfsennerei, einem Gebäude, das vor über 100 Jahren errichtet worden ist und sich an zentraler Lage in der Mitte des Walserdorfes Monstein befindet. Heute braut die BierVision Monstein AG aus Bergquellwasser, Schweizer Hopfen und unter anderem einheimischem Bio-Berggerstenmalz von Gran Alpin verschiedene Monsteiner Bierspezialitäten im Kleinformat.

Kornhausbräu AG:
Die Kornhausbräu in der Hafenstadt Rorschach wurde am 16. September 2007 gegründet. Es folgten verschiedene Ausbauschritte der Brauerei, welche aufgrund der steigenden Nachfrage nötig wurden. 2014 wurde die neue Etikettier- und Abfüllanlage installiert, 2016 eine neue KEG-Reinigungs- sowie Füllanlage und zusätzliche Gär- und Lagertanks in Betrieb genommen. Unter der Leitung von Verwaltungsratspräsident und Braumeister Andreas Müller ist der Bierausstoss mittlerweile auf 1’500 Hektoliter angestiegen. Das Sortiment umfasst naturtrübe Hauptbiere, Biermischgetränke und Bierspezialitäten. So lautet das Motto von Andreas denn auch: „Menschen mit meinem Handwerk begeistern.“


Abstimmungen vom 13. Juni 2021

Die SBV-Generalversammlung hat sich intensiv mit den Vorlagen vom 13. Juni 2021 auseinandergesetzt und deren Vor- und Nachteile abgewogen. Die Braubranche ist sowohl von den beiden Agrarinitiativen als auch vom revidierten CO2-Gesetz direkt betroffen:

  • 99 Prozent des in der Schweiz verwendeten Malzes und 90 Prozent des Hopfens stammen aufgrund des hier begrenzten Anbau- und Mälzerei-Verarbeitungspotentials aus dem Ausland.
  • Zudem ist das Bierbrauen eine energieintensive Tätigkeit.

Pestizidinitiative:

Die Pestizid-Initiative will synthetische Pestizide in der Schweiz ganz verbieten. Stark betroffen wären nebst der Landwirtschaft auch die Lebensmittelproduktion sowie die Lebensmittelverarbeitung. Der Einsatz von Desinfektions- und Reinigungsmittel würde in Frage gestellt. Das gefährdet die Lebensmittelsicherheit bei der Verarbeitung und Lagerung. Importiert werden dürften nur noch Lebensmittel, die ohne synthetische Pestizide produziert wurden. Das würde die Auswahl stark einschränken. Da aufgrund des begrenzten Anbau- und Verarbeitungspotentials in der Schweiz 99 Prozent des Malzes und rund 90 Prozent des Hopfens für die schweizerische Bierproduktion aus dem Ausland stammen, würden hiesige Brauereien und deren Lieferanten vor grosse administrative und finanzielle Probleme gestellt werden. Zudem ist es fraglich, ob die durch die Schweiz nachgefragten Malz- und Hopfen-Mengen in geforderter Qualität vorhanden wären.

Trinkwasserinitiative:

Bei einer Annahme der Trinkwasserinitiative dürften Direktzahlungen nur an Landwirtschaftsbetriebe ausgerichtet werden, welche ihre Tiere ausschliesslich mit hofeigenem Futter versorgen. Dies würde dazu führen, dass viele wertvolle Futtermittel, welche als Nebenprodukte der Lebensmittelproduktion anfallen, nicht mehr als Tierfutter nachgefragt werden. Zu denken ist beispielsweise an Bierhefe und Biertreber, welche beim Brauprozess übrigbleiben. Wertvolle Futtermittel würden so in Biogasanlagen oder in der Kehrrichtverbrennung landen.

Fazit:

Bundesrat und Parlament nehmen die Anliegen der Initiativen bereits mit diversen Massnahmen auf, ohne aber den Handlungsspielraum für die Land- und Ernährungswirtschaft übermässig einzuschränken. Die Minimierung des Einsatzes von Pestiziden ist ein sehr wichtiges Ziel. Die beiden Initiativen sind aber extrem und schiessen über das Ziel hinaus. Vor diesem Hintergrund und der mit einer Annahme der beiden Initiativen verbundenen grossen wirtschaftlichen Unsicherheit verweist der SBV auf die Anstrengungen von Bundesrat und Parlament und spricht sich im Verbund mit anderen Verbänden gegen die beiden Agrarinitiativen aus.

CO2-Gesetz:

Das Bierbrauen ist eine energieintensive Tätigkeit. Umso mehr sind Brauereien auch aus Eigeninteresse darauf bedacht, ihre (Brau-)Prozesse so energieeffizient und so nachhaltig wie möglich umzusetzen. SBV-Brauereien engagieren sich daher beispielsweise in der Energieagentur der Wirtschaft (EnAW).

Fazit:

Vor diesem Hintergrund verweist der SBV auf die Ausführungen von Bundesrat und Parlament und spricht sich im Verbund mit anderen Verbänden und Parteien für das revidierte CO2-Gesetz aus. Die SBV-Brauereien tragen diesen politischen Kompromiss als Schritt in Richtung Netto-Null mit.


Das Swiss Beer Panel trainiert

Das Swiss Beer Panel (SBP) ist die erste Anlaufstelle für Anfragen zur unabhängigen und objektiven Beschreibung und Beurteilung von Bieren. Am 6. Mai 2021 fand das erste physische Training des Swiss Beer Panels an der ZHAW in Wädenswil im neuen Jahr statt. Bier-Fehlaromen wurden nach ihrer Intensität eingeordnet, die Bittere beurteilt und Biere von A wie Aromatik des Nachtrunks bis Z wie Zitrusfrucht-Noten beschrieben. Ein intensiver und lehrreicher Tag für die Panelisten.

Mehr auf www.swissbeerpanel.ch